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Darnassus

Saviya kniete am Mondbrunnen im Tempel von Darnassus, die Arme vor der Brust verschränkt und mit geschlossenen Augen. Ihre Gedanken waren bei der Pilgerreise zum Tempel Zin-Malor in Azshara und ihren Worten über den leichtfertigen Umgang mit Magie. Doch die Erinnerung an Yindaria und die verdorbene Magie, derer sie sich bedient hatte, ob gewollt oder unbewußt, wollten einfach nicht verblassen.
Eines der mittlerweile alltäglichen Beben erschütterte das Gemäuer des Tempels.
Saviya riss panisch die Augen auf.
Eine unbeschreibliche Taubheit bemächtigte sich ihres Geistes und wollte sie in den Abgrund der Bewußtlosigkeit reißen.
Sie versuchte sich mit aller Kraft zu wehren.
Dann brandete eine Welle voller Angst, Schmerz und Verzweiflung heran.
Saviya geriet aus dem Gleichgewicht und die Welt um sie herum verschwamm...

Der Steinkrallenbau

Die Armschienen, mit denen Yindaria an die Felswände gekettet war, hatten bereits wunde Schwielen an ihrer zarten hellen Haut hinterlassen. Das einzige Licht, das hier am tiefsten Punkt im Krallenbau existierte, war das sanfte Leuchten der Kristallkugel, die einige Schritte vor ihr auf einem Eisengestell in der Mitte der Höhle pulsierte. Yindaria kniete auf dem kalten Felsboden und krallte ihre Fingernägel in das Geröll. Ihre silbernen Haare fielen zerzaust über ihre Schultern und klebten an ihrem schweißgebadeten Gesicht. Sie fixierte die Kristallkugel und tonlose Worte kamen über ihre Lippen. Das Pulsieren der Kugel wurde stärker und ein stechender Schmerz fuhr ihr durch den Kopf. Ein schriller Schrei hallte durch die Gänge und wurde von der Dunkelheit geschluckt.
Kraftlos brach Yindaria zusammen und kauerte sich zitternd zusammen.
Eines der mittlerweile alltäglichen Beben erschütterte den Berg.
Mit einem lauten Krachen stürzte die Halterung der Kristallkugel um und nur wenige Zentimeter neben Yindarias Kopf zerschellte die Kugel in tausend Splitter.
Innerhalb eines Augenblickes war sie auf den Beinen.
Felsbrocken stürzten von der Decke und verfehlten sie nur um Haaresbreite.
Mit aller Kraft stemmte sie sich gegen die Ketten, die in der Wand verankert waren.
Sie flüsterte ein Wort dunkler Magie und die Ketten zersprangen.
Die Höhle stürzte hinter ihr ein, kurz nachdem sie sie verlassen hatte.
Auf einer schmalen Brücke verharrte sie einen Augenblick um Luft zu holen, als der Boden unter ihr aufriss und heiße Lava emporschoss...

Die Felder des Hügellandes

Xoranya wippte den kleinen Jungen mit den strohblonden Haaren und dem hellen Lachen auf den Knien, während sie Hoppe Reiter sang.
„Xoranya,“ hörte sie eine Stimme hinter sich, als jemand mit einem festen Griff ihre Schulter packte.
„Mylady! Wacht auf!“
Das idyllische Bild aus ihrem Traum verblasste. Xoranya saß senkrecht im Bett und starrte in das angstverzerrte Gesicht ihres Knechtes Hubert.
„Die Untoten sind da! Das Rathaus steht in Flammen, Ray und Getz sind tot! Die Landarbeiter fliehen! Ich habe unser Pferd gerettet! Es steht draußen! Wir müssen fort!“
Xoranya sprang auf und riss ihr Nachthemd über den Kopf. Ungeachtet des peinlich berührten Blickes des Mannes, schlüpfte sie in eine leichte Hose und warf ein Lederwams über. Sie nahm ihren Streitkolben aus dem Schrank und folgte Hubert.
Beide eilten die Treppe hinunter und Hubert riss die Eingangstür auf.
Abrupt blieb er stehen und Xoranya hörte ein röchelndes Geräusch.
Als sie an ihm herab sah, schaute die Spitze eines Schwertes aus seinem Rücken.
Langsam sank der Mann in sich zusammen und gab den Blick auf die verfaulte Fratze eines Untoten frei.
„Tot allen Lebenden!“ brüllte er und Xoranya glaubte ihn lächeln zu sehen...

Rut'theran, einige Zeit später...

Saviya blickte über das, was einst die Hafenstadt Rut'theran gewesen war.
Eine gewaltige Flutwelle hatte das Städtchen überschwemmt und den Steg mit ihrer Kraft zerlegt. Mittlerweile war ein neuer Pier erbaut worden und bereits die ersten Schiffe legten mit den dringend benötigten Versorgungsgütern an.
Saviya spähte in den Nebel und suchte nach dem Licht des Leuchtturmes von Auberdine, doch nichts war zu sehen. Ihr Blick schweifte weiter nach Süden, wo sich eine gewaltige Rauchsäule in den Himmel schob.
Ihre Augen glitzerten leicht und sie wandte den Blick wieder ab. Mit gesenktem Kopf schritt sie langsam durch das Portal in die Wipfel von Teldrassil.
Nichts war mehr wie vorher...

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