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Dieser Plot basiert auf der Questreihe zur Erlangung der epischen Fluggestalt für Druiden.

Saviya kniete am Mondbrunnen im Heiligtum der Mondgöttin und versuchte zu meditieren. Wie schon seit Tagen wollte es ihr einfach nicht gelingen, die innere Ruhe wiederzufinden. Zu viele Sorgen lenkten sie davon ab. Yindarias spurloses Verschwinden, die ohne Grund in den Schlaf fallenden Druiden, der Erzmagier der Shen’dralar, der nicht müde wurde, um eine Audienz bei Tyrande zu bitten ganz egal wie sie ihn versuchten abzuwimmeln.
Plötzlich kam ihr die gewaltige Halle viel kleiner vor als sie tatsächlich war, als würde das Gewölbe über ihr sie langsam erdrücken. Sie atmete schwerer als würde ihr etwas die Luft rauben. Benommen flüchtete sie nach draußen an die frische Luft.
Sie lief zum See und tauchte die Arme in das kühle Nass. Dabei fiel ihr Blick auf ihr Spiegelbild, das von den kleinen Wellen verzerrt war.
Sie musste hier weg, brauchte Ablenkung von allen Problemen, die sie hier belasteten.
Schon lange hatte sie die Reise in die Scherbenwelt aufgeschoben. Zu lange.
Doch diesmal würde sie nicht den Fehler machen alleine zu ziehen.
Zügigen Schrittes ging sie in ihr Gemach im Mondtempel und setzte einige Schriftstücke auf.

Für eine kurze Reise in die Scherbenwelt benötige ich eine Eskorte.
Melde dich am vierten Tag der Woche im Mondtempel.

Saviya Traumfeder

Die Reise in die Scherbenwelt

Saviya kniete vor der Statue der Mondgöttin im Tempel von Darnassus und betete leise für eine erfolgreiche Reise und den Schutz Elunes. Als sie sich erhob, sah sie Manari in respektvollem Abstand warten. Die jüngere Nachtelfe salutierte und begrüßte sie förmlich.
Gemeinsam verließen sie den Tempel und bestiegen ihre Säbler, die bepackt und geduldig vor dem Tempel auf sie warteten.
Eine lange Reise mit dem Schiff in die östlichen Königreiche und quer durch jenen Kontinent stand ihnen bevor. Ihren Ausgang nahm sie am kleinen Hafen von Ruth’theran.
Manari war nicht sehr angetan von der Aussicht auf eine lange Schiffsreise. Saviya hingegen genoss die frische Meeresluft und den sanften Wellengang, auch wenn ihre junge Mondsäblerdame Fara etwas unruhig schien. Als sie in Auberdine ankamen, war auch schon der Segler nach Sturmwind in Sicht. Sie beeilen sich, um ihn nicht zu verpassen.
Sturmwind war ein gutes Beispiel dafür, wie die Menschen die Natur mit Füssen traten. In die Kanäle warfen sie ihren Unrat, so dass er zum Himmel stank. Und ihre Bäume sperrten sie in Steinmauern und raubten ihnen den Freiraum sich zu entfalten und zu wachsen, wie es ihnen beliebte.
So schnell wie möglich führten sie ihre Säbler durch die engen Gassen durch das große Stadttor. Erst im Wald von Elwyn konnten sie wieder frische Luft atmen. Der Weg durch den Wald und das Rotkammgebirge bis in den Dämmerwald war lang aber ereignislos. In Dunkelhain machten sie Rast, um den Tieren eine kleine Pause zu gönnen.
Im Gasthaus sprachen sie über diesen dunklen Ort und Saviya erzählte von der Sense von Elune und den Umständen, wie die Worgen durch sie in diese Welt kamen. Die mysteriösen dunklen Reiter sollen auf der Suche nach der verschollenen Sense sein. Sie wurden hin und wieder gesehen, wie sie die Siedler im Dämmerwald terrorisierten, doch habhaft wurde man ihnen bisher nicht. Ihr Versteck sollte sich im Gebrigspass der Totenwinde befinden.
Im Verlauf des Gesprächs tauchte unvermittelt Sir Connor, der Kommandant der Garde, im Gasthaus auf und bot sich sofort als Eskorte an.
Da sie ohnehin diesen Pass auf dem Weg in die Verwüsteten Lande durchqueren mussten, wollte Saviya die Gelegenheit nutzen, dort nach Hinweisen auf diese ominösen Reiter zu suchen. Doch außer lästigen Geiern und stinkenden Ogern fanden sie nichts.
Auch die Magier an jenem mysteriösen Turm Karazhan konnten ihnen nicht weiterhelfen, sondern schienen mit ihren eigenen Problemen genug beschäftigt.
In Burg Nethergarde angekommen überließen sie ihre Tiere dem zuständigen Rüstmeister und machten sich zu Fuß auf den Weg zum dunklen Portal.
Blitze zuckten vom Himmel und brannten Wunden in die ohnehin schon fast leblose Erde. Um von ihnen nicht getroffen zu werden, eilten sie durch das Portal und sahen sich auf der anderen Seite einer Übermacht an Dämonen gegenüber, die gnadenlos auf die Verteidiger einprügelten.
Saviya bezweifelte für einen Moment, dass diese Verteidigungslinie lange halten würde, doch Kondo hatte ein unerschütterliches Vertrauen in die vereinten Bemühungen von Allianz und Horde auf dieser zerstörten Welt.
So ließen sie sich Greifen geben, um zur Ehrenfeste zu fliegen. Während Manari sich darum bemühte Reittiere zu organisieren und Kondo ein Zimmer für die Nacht im Gasthaus buchte, erkundigte sich Saviya bei Truppenkommandant Trollbann über die aktuelle Lage. Mit schlechten Neuigkeiten kehrte sie zu ihrer Gruppe zurück.
Die Leiterin der Expedition hatte eine Personensuchmeldung an den Kommandanten weitergegeben. Ein Druide des Zirkels wurde vermisst. Bisher konnte, oder wollte, sich Trollbann nicht darum kümmern, woraufhin Saviya beschloss, sich dieser Sache anzunehmen.
Doch zunächst sollten sie sich nach dieser anstrengenden Reise erholen. Die Besprechung des weiteren Vorgehens wurde auf den folgenden Tag verlegt.

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Die Suche nach dem vermissten Druiden

Da Trollbann nicht gewillt war, seine Soldaten für einen Sucheinsatz nach dem vermissten Druiden abzustellen, hatte Saviya beschlossen sich selbst der Sache anzunehmen. Sie konnte der Expeditionsleiterin Ysiel Windsänger nicht unter die Augen treten ohne versucht zu haben, etwas über den Verbleib ihres Zirkelbruders herauszufinden.
In einem beiläufigen Gespräch hatte ihr der Wirt des Gasthauses bereitwillig erzählt, dass vor ein oder zwei Wochen – Zeit schien hier keine Bedeutung zu haben – ein Nachtelf mit ein paar Händlern Richtung Zangarmarschen aufgebrochen sein soll. Eine Reise auf dem Landweg in die Marschen war ein gefährliches Unterfangen, führte doch der Weg recht nah an der Zitadelle der Orks vorbei. Hier wollte sie mit der Suche beginnen.
Manari traf sie noch im Gastraum des Wirtshauses. Kommandant Connor hatte an seiner Statt Heilerin Shore geschickt, um sie zu begleiten. Nachdem Saviya erklärt hatte worum es ging, machten sie sich auf den Weg die Gegend auszukundschaften.
Die Mauer, die von der Zitadelle weiter nach Süden führte war an mehreren Stellen durchbrochen worden. Durch den größten Spalt führte nun die Straße Richtung Zangarmarschen. An dieser Stelle begannen sie mit der Spurensuche. Nachdem Manari die patrouillierenden Orks ausgeschaltet hatte, fanden sie Reste eines Holzkarrens und Schleifspuren Richtung Zitadelle.
Die Untersuchung des kleinen Ork-Lagers brachte wenig Erkenntnis. Ein paar leere oder mit unnützem Kram vollgestopfte Kisten, Fässer mit Schießpulver und eine Karte, die offenbar die Routen der Patrouille kennzeichnete. An der Holztreppe, die hinauf zur Mauer führte, fanden sie schließlich einen größeren Blutfleck, der aufgrund der dunkelvioletten Farbe offensichtlich von einem Nachtelfen stammte. Das Blut war schon festgetrocknet, so dass der Überfall also schon einige Tage her sein musste.
Sie folgten dem Weg bis sie zu einem Eingang in die Zitadelle kamen. Der Gang wurde stark bewacht und so kämpften sie sich bis zu einer gewaltigen Treppe durch, die nach oben in ein gewaltiges Gewölbe führte. Die dunklen Hexenmeister der Orks führten seltsame Beschwörungen durch, die sie erfolgreich unterbrechen konnten.
Schließlich gelangten sie in einen großen Zellentrakt. Gefangen gehalten wurden hier jedoch Orks. An den Seiten standen Liegen und Tische mit allerlei Gerätschaften und brodelnden Mixturen. In der Mitte des Raumes sahen sie ein gewaltiges Monster, das zunächst wie ein recht großer Ork aussah, auf den zweiten Blick aber mechanische Arme und in den Körper implantierte technische Geräte aufwies. Vorsichtig bahnten sie sich den Weg bis zu dieser Kreatur, die sie gleich beim ersten Anblick angriff. Die Implantate schienen nicht für den Kampf bestimmt zu sein, so dass sie das „Ding“ schnell besiegen konnten.
Als sie sich etwas umsahen, fielen wieder die Fässer mit den Totenkopfzeichen auf. Im hinteren Teil des Raumes befand sich eine Art Schlachtbank, neben der ein Tisch mit Kerzen und einem großen Buch stand.
Saviya wollte zuerst nach dem Buch greifen als ihr eine Kette auffiel, die daneben lag. Sie hatte einen Anhänger in Form eines Halbmondes, auf dem ein Rabe saß. Ein Schauer lief ihr über den Rücken, als sie das Symbol erkannte. Sie griff an ihren Hals, um den sie dieselbe Kette trug. Die Kette die ihr damals in Winterquell Faradrell geschenkt hatte, als Zeichen ihrer ewigen Verbundenheit.
Faradrell hatte sie einst von seinem Lehrer bekommen, der ihn den Weg des Raben gelehrt hatte. Zu jener Zeit war es noch üblich gewesen, dass die Druiden ein Totem wählten, dem sie ihren Lebensweg verschrieben.
Diese Kette konnte also nur von einem anderen Krallendruiden stammen. Saviyas Hoffnung schwand, dass sie hier noch ein Lebenszeichen des vermissten Druiden finden konnten.
Manari stand an der Schlachtbank und rümpfte die Nase über die umherschwirrenden Fliegen. Sie mahnte zur Eile, bevor ihr Eindringen entdeckt wurde und riss Saviya somit aus ihren Gedanken.
Sie schlichen sich an weiteren Zellen vorbei, an denen Techniker und Hexenmeister sehr beschäftigt mit anderen lethargisch vor sich hinstarrenden Orks waren. Sie gelangten schließlich in einen weiteren Zellentrakt, den sie säubern und durchqueren mussten. Doch die dort eingesperrten Orks waren alles andere als lethargisch. Sie griffen sie kampfesmutig an, als man sie aus ihren Zellen frei ließ. Doch auch die Ausgeburt des Nethers, die sich ihnen anschließend in den Weg stellte, konnte sie nicht aufhalten. Weitere Hexenmeister und Dämonen empfingen sie, doch von dem Vermissten war keine Spur zu finden.
Saviya hatte inständig gehofft mit besseren Nachrichten zu Ysiel zu kommen.
Um sich selbst nicht weiteren auf dem Weg lauernden Gefahren auszusetzen, kehrten sie zurück zur Ehrenfeste und buchten Greifen, um zur Zuflucht des Cenarius zu reisen.
Dort angekommen überreichte Saviya Ysiel die Kette mit dem Anhänger und wies darauf hin, dass von Trollbann keine Hilfe zu erwarten war. Die Expedition würde einen eigenen Suchtrupp zusammenstellen, solange es noch Hoffnung gab.
Nachdem sie sich von Manari verabschiedet hatte, suchte Saviya Morthis Flügelraunen auf, das eigentliche Ziel ihrer Reise.

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Das Buch des Raben

Saviya fand Morthis Flügelraunen am Mondbrunnen. Der Druide schien sie erst gar nicht zu bemerken, da er vertieft war zwei Raben zu beobachten, die über dem Mondbrunnen kreisten. „Shan’do, Elune sei mit Euch“, Saviya verneigte sich.
„Oh, Cenarius mit dir, junges Wesen.“ Saviya überlegte einen Moment lang, wie alt Morthis sein mochte, wenn er sie für jung hielt.
Die Aufmerksamkeit des Druiden wurde nach wenigen Augenblicken wieder abgelenkt und Saviya räusperte sich demonstrativ.
„Shan’do?“
Morthis sah sie irritiert an. „Ja?“
„Ich bin hier, um Euch darum zu bitten, mich als Schülerin anzunehmen.“
Morthis sah sie konsterniert an und brach dann in Gelächter aus. Als er merkte, dass Saviya nicht mit ihm lachte, verstummte er wieder. „Ach, das sollte gar kein Witz sein.“ Schweigen machte sich breit.
Saviya seufzte und holte die Kette mit dem Rabenanhänger unter ihrer Robe hervor und hielt sie ihm vor die Augen. Der Druide blickte ernst auf sie herab.
„Woher …“
„Von Eurem Schüler Faradrell Schattenklaue. Er lehrte mich die Grundzüge des Krallendruiden und nun bin ich hier, um mein Wissen auszubauen und zu verfeinern, um die Gestalt der Sturmkrähe beherrschen zu können.“
Morthis sagte lange Zeit nichts und Saviya fürchtete die Sache falsch angegangen zu sein und ein Nein herausgefordert zu haben. Doch schließlich nickte er. „Faradrell war einer meiner besten Schüler, er hätte selbst ein großartiger Shan’do werden können, wenn er nur gewollt hätte. Aber womöglich war er in der Auswahl seiner Schüler einfach zu wählerisch.“ Ein schmales Lächeln zog sich über seine Lippen.
Saviya atmete auf, als Morthis sie bat sich zu ihm zu setzen und über Faradrell zu erzählen. Sie berichtete von ihrer gemeinsamen Zeit in Winterquell und schließlich auch von den Ereignissen am Berg Hyjal. Beide unterhielten sich die ganze Nacht bis zum frühen Morgen.
In dem Gespräch kam auch heraus, dass der vermisste Druide, nach dem sie schon gesucht hatten, Morthis Schüler war, den er wegen einer Untersuchung der Arakkoa-Stämme auf Draenor hierher berufen hatte.
„Wenn du gewillt bist, den Weg des Krallendruiden zu gehen, dann wird dies deine erste Prüfung sein: im Schergrat gibt es einen Kult der Arakkoa, die einen Rabengott anbeten. Die Druiden im Ruuanwald versuchen schon seit geraumer Zeit mehr über diesen Kult und ihren Gott herauszufinden. Du wirst dorthin reisen und sie nach allen Kräften unterstützen.“
Saviya nickte. „Ich nehme diese Herausforderung an, Shan’do.“
Morthis lächelte wohlgefällig und verabschiedete sie. Nur wenige Stunden blieben ihr, ein wenig Schlaf zu finden. Doch die Träume, die sie heimsuchten waren alles andere als erholsam, sondern mehr ein Spiegel der Erinnerungen an Faradrell und des Schmerzes über seinen Verlust.
Als sie am nächsten Tag Manari traf, wirkte diese ebenfalls müde und klagte über schlechte Träume. So hatte wohl jeder sein Päckchen zu tragen.
Saviya erklärte ihr ihren Auftrag im Schergrat und kurz darauf bestiegen beide die bereitgestellten Hypogryphen, die sie in den Ruuanwald trugen.
Dort angekommen suchte Saviya Arthorn Windweise auf und ließ sich etwas über den Kult erzählen.
„Bei seinen Nachforschungen ist Timeon auf ein 'Buch des Raben' gestoßen, das angeblich ein altes Schriftstück des Kultes sein soll. Die Arakkoageister werden sich Euren Augen nicht zu erkennen geben. Begebt Euch mit diesem Stein zu den höchsten Gipfeln im westlichen Teil des Schergrats südlich des Rabenwaldes, beschafft Euch das Auge eines Ätherrochen und kombiniert beides, um Eure Sicht zu verstärken. Sucht nach dem Geist, den Timeon als Geist von Sai'kkal dem Ältesten identifiziert hat.“
Der Vortexgipfel war schnell gefunden und als Saviya den Stein mit einem Ätherrochenauge kombinierte verschwamm die Welt um sie herum und Schatten zeigten sich vor ihren Augen, bei denen es sich wohl um die Geister der Arakkoa handelte.
„Kommandantin,“ Manari erschrak. „Was ist mit Euch? Ihr seht plötzlich so seltsam aus?“ Besorgnis klang in Manaris Stimme.
„Ich sehe die Geister. Es ist alles in Ordnung, folge mir!“
Sie irrten seine Weile umher, bis Saviya einen Geist sah, der größer war als die anderen und edler gekleidet. Er gab sich als Sai'kka zu erkennen und hielt sie wohl für Seinesgleichen, denn er erzählte bereitwillig vom Buch des Raben und wie es die Arakkoa aus Skettis gestohlen, zerrissen und vergraben hatten.
„Aus den Träumen seiner Feinde wird der Rabe in die Welt treten,“ murmelte Saviya.
„Was soll das denn heißen? Das gibt doch gar keinen Sinn,“ sagte Manari.
Als der Zauber brach, fühlte sich Saviya schlapp und desorientiert. Manari reichte ihr etwas zu trinken und nach einer kurzen Pause konnten sie zurück zum Ruuanwald fliegen.
Arthorn war sehr erfreut über diese Neuigkeiten. „Alle Teile des Buchs des Raben zu finden wird schwierig. Wenn sie es überhaupt überleben. Wir benötigen schärfere Augen als Eure dafür. Unten im westlichen Nagrand, am östlichen Rand der Zwielichthöhe, untersucht Behüterin Elaira die lokalen Vogelarten. Sucht sie auf und schaut, ob sie Eure Vogelperspektive etwas verbessern kann, damit Ihr die Teile des Buchs des Raben finden könnt.“
Der Flug nach Nagrand war extrem lang und die schlaflose Nacht machte sich bei Saviya langsam bemerkbar. Sie versuchte während dem Flug etwas zu meditieren und neue Kraft zu schöpfen.
Elaira war eine Taurin, die sie herzlich begrüßte. „Die meisten Sperber nisten hier auf der Zwielichthöhe. Wenn Ihr einen davon fangt, kann ich ihn so trainieren, dass er die Teile Eurer vergrabenen Tafel entdecken kann.“
Doch das war leichter gesagt als getan. Die Sperber flüchteten, sobald sie sich ihnen näherten. Erst nach mehreren Anschleichversuchen gelang es, einen der Sperber mit dem Netz zu fangen.
Elaira bewies ein großes Einfühlungsvermögen, als sie den Sperber dazu brachte, ihnen bei der Suche nach den Teilen des Buches zu helfen. Unsichtbar, aber doch in ihrer Nähe begleitete er sie nach Skettis, in die Wälder von Terokkar.
Für den Vogel war es scheinbar ein Leichtes, die vergrabenen Tafeln zu finden. Als sie alle beisammen hatten, machten sie sich auf den Rückweg zu Arthorn.
Arthorn setzte gleich die Tafeln zusammen, um den Inhalt des Buches zu studieren.
„Es ist erschreckend,“ sagte sie schließlich. „Die Anhänger des Rabengottes verfolgten die Geister seiner Widersacher und schlossen sie für immer in Steinstatuen ein. Hier.. hier steht saogar sein Name… Anzu.“ Sie machte eine Pause und überflog den Text weiter. „Der Rabengott wurde in einem blutigen Kampf besiegt, aber das Buch spricht von einer Prophezeiung: Anzu wird die Träume seiner Feinde heimsuchen, um sie zu täuschen und in diese Welt zurückzukehren. Wir müssen ihn aufhalten, bevor er noch mehr Schaden anrichten kann. Das Buch des Raben berichtet, dass die Anhänger des Raben die Geister seiner Rivalen eingefangen und in kleinen Schreinen aus Stein gebannt haben. Jedem Schrein wurde ein Wächter zugeteilt, um zu verhindern, dass die Feinde des Raben sie befreien. Ihr müsst diese Schreine finden und die Geister befreien. Ihre Hilfe werden wir brauchen, wenn wir Anzu gegenübertreten wollen.“
„Wir werden sie finden und befreien,“ Saviya dankte Arthorn für ihre Hilfe. Die weiten Flüge hatten mittlerweile ihre Spuren hinterlassen. Müde suchten Manari und sie das Gasthaus auf, indem gerade Platz für sie beide war.
Saviya wollte noch am Mondbrunnen etwas meditieren, während Manari gleich zu Bett ging.
Vieles ging ihr durch den Kopf. Wenn sie doch nur Ruhe finden könnte…

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Das Amulett

Sie zitterte. Ein kühler Luftzug streifte ihr Haar und ließ eine Gänsehaut über ihren Nacken wandern. Sie drehte sich um und zog die Decke über ihre Schulter. Ihre Hand wanderte über das Bett. Der Platz neben ihr war leer. Verschlafen zwinkerte sie. Mattes Licht fiel in das Zimmer. Der Vorhang wurde vom aufkommenden Wind hin- und hergerissen. Sie stand auf und schaute hinaus. Der Himmel hing voller dunkler Wolken und Blitze stachen in die Erde, reflektiert von der weißen Landschaft. Der friedliche Anblick des frisch gefallenen Schnees, der sich endlos über die Gipfel Winterquells zog, wurde von einem Donnergrollen überschattet. Saviya hörte den Schrei eines Raben, der sich voll Schmerz und Grauen in den eines Nachtelfen verwandelte. Ihr stockte der Atem. Ohne zu zögern rannte sie nach draußen.
Dort lag er.
Sie rannte zu ihm und fiel neben ihm in den kalten nassen Schnee.
Wieder hörte sie das Kreischen eines Raben, diesmal direkt hinter ihr. Sie drehte sich um und hob schützend die Arme vor ihr Gesicht. Krallen bohrten sich tief in ihren Hals und ihre Schultern, dann wurde alles schwarz….

Keuchend saß Saviya im Bett des Gasthauses im ewigen Hain im Ruuanwald. Langsam stand sie auf und zog sich leise an, um Manari nicht aufzuwecken, die auf einer Pritsche in der anderen Ecke des Raumes schlief. Draußen setze sie sich an den Mondbrunnen, um zu meditieren, doch die innere Ruhe wollte sich nicht einstellen. Die immer wiederkehrenden Alpträume zermürbten sie. Und immer war der Inhalt derselbe: Faradrells Tod und die Erscheinung eines Raben.
Saviya dachte über die Prophezeiung nach, die im Buch des Raben beschrieben wurde. Vielleicht gab es einen Zusammenhang, dass sie diese Träume gerade jetzt plagten.
Saviya stand immer noch am Mondbrunnen als Manari sie begrüßte. Auch sie schien nicht gut geschlafen zu haben, beharrte aber fest darauf voll einsatzbereit zu sein.
Sind wir das nicht immer, überlegte Saviya.
Arthorn hatte sie beauftragt, die Geister zu befreien, die von den Anhängern des Rabengottes in Schreinen eingesperrt wurden und so machten sie sich auf die Suche nach ihnen. Jeder Schrein wurde von einem Wächter geschützt, was sie aber nicht davon abhalten konnte, sich den Schreinen zu nähern, die die Form von verschiedenen Wildvögeln hatten.
Nachdem die Wächter besiegt und die Geister befreit waren, hinterließen sie eine Essenz, mit deren Hilfe Arthorn gedachte ein Amulett herzustellen, welches den Rabengott in diese Welt beschwören sollte.
Doch dieses Amulett war nicht so einfach herzustellen. Ein Mondstein war dafür nötig, ein sehr seltener Stein, der nur an den Ufern des Südstroms in Azshara zu finden war.
Und so machten sie sich auf den langen Rückweg in ihre Heimat.
Nachdem sie das Dunkle Portal durchschritten hatten, flogen sie von Burg Nethergarde aus nach Menethil, um eine Schiffsfahrt nach Theramore zu buchen.
Saviya genoss die Fahrt, während Manari es kaum erwarten konnte, bis sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte.
In Theramore erwartete sie bereits die Schildwache Calithra, die Saviya als Eskorte noch vor ihrer Abreise angefordert hatte.
Gemeinsam flogen sie nach Azshara, um diesen seltenen Mondstein zu suchen. Sie fanden ihn ganz im Norden am Wasserfall. Doch als Saviya ihn aufzuheben versuchte, spürte sie einen harten Schlag auf den Hinterkopf und taumelte kurz.
Eine kleine Goblin-Frau riss ihr den Stein aus der Hand und sprang damit in den Fluss. Calithra sprang sofort hinterher, um sie zu verfolgen. Auch Saviya und Manari erholten sich schnell von der Überraschung und folgten ihnen.
Im Nu hatten sie den Goblin aus den Augen verloren. Nur die tickenden Wasserbomben verrieten, welchen Weg sie wohl genommen hatte. Saviya konzentrierte sich und veränderte ihre Gestalt. Widerstandslos glitt sie durch das Wasser und holte die Flüchtende schnell ein.
Sie packte den zappelnden Goblin am Kragen, was sehr schnell dazu führte, dass sie den Mondstein widerstandslos herausrückte. Schnell wand sie sich aus Saviyas Griff und suchte das Weite.
Als Saviya die anderen gefunden hatte, die ihnen versucht hatten zu folgen, suchten sie eine Stelle, wo sie zwischen den hohen Klippen des Ufers an Land gehen konnten.
Manari sollte einen Platz für ein Lager ausfindig machen, wo sie sich der nassen Kleidung entledigen und sich an einem kleinen Feuer etwas aufwärmen konnten.
Da Manari auch die erste Wache übernahm, legte Saviya sich erschöpft an das sachte vor sich hinglimmende Feuer und fiel schnell in einen unruhigen Schlaf…

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Anzu

Saviya saß auf einer kleinen Erhöhung am Ufer des Südstromes. Sie fühlte sich müde und ausgelaugt. Der Schlaf hatte in dieser Nacht einfach nicht kommen wollen. Erinnerungen und Bilder von der Schlacht am Berg Hyjal hatten ihn verdrängt. Sie zwang sich aufzustehen, da Manari und Calithra bereits auf sie warteten.
Ihr Weg führte sie entlang des Flusses gen Norden, vorbei am Lager der Orks des Kriegshymnenklans. Deren Übermacht konnten sie sich nicht stellen, deswegen huschten sie unbemerkt durchs Unterholz bis sie die Straße erreichten, die sie nach Waldeslied führen würde, dem kleinen Außenposten der Draenei. Von dort nahmen sie Greifen, um zurück nach Theramore zu gelangen und von dort mit dem Schiff nach Menethil. Während dem langen Flug nach Burg Nethergarde, schloss Saviya die Augen und nickte kurz ein. Die abrupte Landung auf der kleinen Aussichtsplattform ließ sie aufschrecken.
Im Laufschritt machten sie sich auf den Weg zum Dunklen Portal und von dort mit dem Greifen zur Zuflucht des Cenarius.
Sir Kondo Connor erwartete sie bereits.
Saviya brachte Morthis den Mondstein, den dieser in ein Amulett einfügte. Mit diesem Amulett sollte es ihnen gelingen den Rabengott zu beschwören und zu vernichten, bevor er noch mehr Unheil in der Welt der Träume anrichten konnte.
Seine Anhänger waren bereits damit beschäftigt, Vorbereitungen zu treffen Anzu in den Sethekhallen in den Ruinen von Auchindoun in diese Welt zu rufen. Sie mussten ihnen zuvor kommen, um Anzu zu überraschen, der nicht auf einen Kampf vorbereitet war.
Nachdem Saviya alle über ihren Auftrag in Kenntnis gesetzt hatte, brachen sie in die Wälder von Terokkar auf.
Als sie die Hallen betraten, wurden sie sogleich von mehreren Wachen begrüßt, die ihr Eindringen bemerkt hatten. Um zu verhindern, dass Anzu seine Anhänger zu Hilfe rufen konnte, säuberten sie das ganze Areal bis sie zu dem Schrein gelangten, den die Arakkoa zur Beschwörung vorbereitet hatten.
Saviya legte das Amulett in das Totem, das vor dem Schrein stand und sie warteten, was passieren würde.
Geisterhafte Erscheinungen lösten sich aus den Totenschädeln, die um den Schrein aufgebahrt waren und fügen sich zu einem leuchtenden Wirbel zusammen. Sie traten mehrere Schritte zurück. Das Tosen mündete schließlich in einem Kreischen, als ein gewaltiger Vogel materialisierte.
Anzu war wie erwartet nicht auf ihre Anwesenheit vorbereitet und wurde hart von Kondos erstem Schwerthieb getroffen. Sogleich rief er eine Schar an Raben herbei, die sich auf die kleine Gruppe stürzten.
Es folgte ein langer harter Kampf, doch letztendlich konnten sie den Sieg davon tragen.
Erschöpft aber zufrieden mit diesem Erfolg kehrten sie zu Morthis zurück, um von ihrem Sieg zu berichten.
Morthis schien überrascht, sie lebend wiederzusehen.
„In dir steckt doch mehr als ich dachte, Saviya,“ Morthis nickte wohlgefällig. „Faradrell hat die richtige Wahl getroffen. Ich denke, dass du viel mehr weißt, als du dir eingestehen willst. Und zu wenig Vertrauen in deine Fähigkeiten hast. Denn das ist der Schlüssel zur Beherrschung der Sturmkrähe. Du hast viel über den Kult des Rabengottes gelernt. Du hast den Geist des Adlers, des Falken und des Habichts befreit. Jeder Wächter hat deine Fähigkeiten auf die Probe gestellt und du hast dich bewährt. Die Geister haben gegen Anzu an deiner Seite gekämpft, auch wenn du sie nicht bemerkt hast. Horche in dich selbst hinein. Du hast eine innere Verbindung zu ihnen. Rufe nach ihnen und sie werden dir ihre Kräfte verleihen.“ Mit diesen Worten entließ er Saviya.
Nachdenklich spazierte sie durch die kleine Elfensiedlung und dachte über das nach, was er gesagt hatte. An der Brücke traf sie Manari, die ebenfalls in Gedanken verloren auf das kleine Gewässer starrte.
„Manari,“ sagte sie sanft.
Manari drehte sich überrascht zu ihr. „Ja, Kommandantin?“
„Wenn du nach Darnassus zurückkehrst, richte bitte Tyrande aus, dass ich noch einige Zeit hier verweilen werde.“
„Natürlich,“ Manari nickte.
„Elune erleuchte deine Wege,“ Saviya winkte ihr zu und wandte sich ab. Sie sah zum dunstigen Himmel und konzentrierte sich auf die Geister des Adlers, des Falken und des Habichts. Auf einmal spürte sie eine innere Kraft, die sie zu sich zu rufen schien. Sie rannte los und schloss die Augen und begann die Welt von einer ganz anderen Perspektive zu sehen….

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